Bastei im Fokus: Felsformationen im perfekten Licht
Von: Daniel Reichert12.07.2025Fotoreisebericht
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Die Motivation
Für eine fotografisch motovierte Reise durch die Sächsische Schweiz und dessen Umland mit den nachfolgend
dargestellten Reisezielen sollte man sich doch mindestens drei Wochen Zeit nehmen, oder?
Aus heutiger Sicht ganz bestimmt. Denn die Sächsische Schweiz* ist ein wahres Eldorado nicht zuletzt für Fotografen,
sondern auch für Naturliebhaber, Wanderfreunde und Kultursuchende. Ihre einzigartige Felsenlandschaft, tief
eingeschnittene Täler und bunte Mischwälder laden zu unzähligen Entdeckungen ein. Wer die Zeit hat, kann auch
die Bastei mit ihren schwindelerregenden Aussichtsplattformen und der historischen Steinbrücke sowie den
charmanten Kurort Rathen besuchen. Auch eine Kanufahrt auf der Elbe eröffnet völlig neue Perspektiven. Gerade
die Bastei gilt als eines der eindrucksvollsten Wahrzeichen der Region. Hier verschmelzen zerklüftete
Felsformationen, üppige Wälder und der mäandernde Lauf der Elbe zu einem unvergesslichen Panorama, das selbst
erfahrene Fotografen immer wieder in seinen Bann zieht.
Doch bei unserer ersten Fotoreise in die Sächsischen Schweiz im Juli 2016 hatten wir nicht annähernd so viel
Zeit: Fünf Tage mussten reichen. Davon entfielen der Anreise- und der Abreisetag jeweils auf kurze, etwa
einstündige Aufenthalte an der Weißeritztalbrücke, der Begerburg und dem Barockgarten Großsedlitz (in der Karte
nicht verzeichnet), die außerhalb der Sächsischen Schweiz liegen. Für die eigentlichen Ziele blieb damit noch
weniger Zeit. Wohlgemerkt: Diese Zwischenstopps waren damals bewusst als Teil der Fotoreise eingeplant.
Tatsächlich blieben uns für die eigentlichen Stationen in der Sächsischen Schweiz also nur drei volle Tage. Mit
schwerer Fotoausrüstung und klassischen Fahrrädern ohne elektrische Unterstützung meisterten wir täglich
anspruchsvolle Strecken durch das bergige Gelände. Wir lebten in einer improvisierten Zeltstadt, genossen abends
das Grillen bei Sonnenuntergang und tauschten unsere Eindrücke aus. Obwohl der Zeltaufbau ohnehin knappe
Kamerazeit kostete, war genau dieser Kontrast zwischen Fotoprojekt und einfachem Lagerleben der besondere Reiz
unserer damaligen Reisen. Wie wir diese kurze Zeit genutzt haben und welche Orte wir in welchem Tempo erkundet
haben, zeigt die folgende Übersicht.
Tag 1
Donnerstag, 7. Juli 2016
Chemnitz → Weißeritztalbrücke + Begerburg → Kleine Bergoase
10:0012:0014:0016:0018:0020:0022:00
Chemnitz → Weißeritztalbrücke
→ Begerburg
Begerburg
→ Weißeritztalbrücke
Weißeritztalbrücke
→ Kleine Bergoase
Tag 2
Freitag, 8. Juli 2016
Kleine Bergoase → Lichtenheiner Wasserfall → Affensteine → Kuhstall + Himmelsleiter → Kleine
Bergoase
10:0012:0014:0016:0018:0020:0022:00
→ Wasserfall
Wasserfall
→ Affensteine
Affensteine
→ Kuhstall
Kuhstall & Himmelsleiter
Rückweg
nach Gewitter
Tag 3
Samstag, 9. Juli 2016
Kleine Bergoase → Königsstein → Rathen → Bastei → Rathen → Rückfahrt Richtung Lohmen zur Kleine
Bergoase
10:0012:0014:0016:0018:0020:0022:00
→ Königsstein
Königsstein
→ Rathen
Mittagessen
Rathen
→ Bastei
Bastei
→ Rathen
Abendessen
→ Lohmen
Fernblick
Rückfahrt
Tag 4
Sonntag, 10. Juli 2016
Insektenfotografie an der Kleinen Bergoase→ Kohlmühle → Kleine Bergoase & Umgebung
10:0012:0014:0016:0018:0020:0022:00
Insektenshooting
Mittagessen
→ Kohlmühle
Kohlmühle
Mysteriöse Pause
Rückfahrt
Umgebung Bergoase
Tag 5
Montag, 11. Juli 2016
Kleine Bergoase → Barockgarten Großsedlitz → Heimreise nach Chemnitz
10:0012:0014:0016:0018:0020:0022:00
→ Großsedlitz
Barockgarten Großsedlitz
Heimreise nach Chemnitz
Mit dem Auto
Mit dem Rad
Zu Fuß
Fotosession
Abend-Fotosession
Essen/Pause
Mysteriöse Pause
Timeline der Fototour in die Sächsischen Schweiz im Juli 2016; rekonstruiert aus den EXIF-Zeitstempeln der
Fotos.
Blickt man heute, neun Jahre später, auf die entstandenen Fotos, wird klar, wie gehetzt wir damals waren: Viele
Motive sind nur mit ein bis zwei Aufnahmen dokumentiert, im besten Fall mit kurzen Serien, und wirken oft eher
wie Schnappschüsse. Am gravierendsten jedoch war, dass wir unsere Besuche an den einzelnen Locations nach dem
Takt unseres Fahrrads und einem starren Tagesplan ausrichteten – nicht nach dem besten Licht, besonderen
Wettersituationen wie einem Regenschauer oder dem Morgennebel, welche ein Bild erst wirklich lebendig und
atmosphärisch machen.
Nichtsdestotrotz möchte ich Ihnen zwei Ergebnisse unseres damaligen Aufstiegs zur Bastei nicht vorenthalten: Das
erste Bild zeigt die Basteibrücke, aufgenommen vom Aussichtspunkt „Ferdinandstein“, das zweite den Kurort
Rathen, der malerisch durch die Elbe geteilt wird, fotografiert von der Tiedge-Aussicht.
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Basteibrücke und Umgebung vom Aussichtspunkt Ferdinandstein im Nachmittagslicht – Juli 2016 – 1/60s, f/8, ISO
100 – aufgenommen mit der Sony α7S und dem Voigtländer Super-Wide Heliar Aspherical 4.5/15 mm.
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Kurort Rathen von der Tiedge-Aussicht – Juli 2016 – 1/25s, f/8, ISO 100 – aufgenommen mit der Sony α7S und dem
Voigtländer Super-Wide Heliar Aspherical 4.5/15 mm.
Ultraweitwinkelaufnahmen hatten es mir damals besonders angetan, denn sie fingen die beeindruckende Weite und
die markanten Felsformationen einfach perfekt ein. Ich verwendete dafür das von Cosina hergestellte
Voigtländer Super-Wide HeliarAspherical4.5/15 mm, das ich an die Sony α7S adaptierte. Obwohl das Objektiv optisch für
Filmaufnahmen herausragend ist, zeigte sich auf digitalen Sensoren eine starke Vignettierung, ausgeprägte
Farbverschiebungen sowie ein Schärfeabfall in den Bildecken. Diese Bildfehler sind in der Nachbearbeitung nicht
oder nur eingeschränkt korrigierbar.
Das Bild von der Tiedge-Aussicht hätte ich heute wohl wieder so gemacht, allerdings mit einem besseren Objektiv.
Das Foto der Basteibrücke überzeugt mich auch heute noch mit einem gelungenen Bildaufbau. Die Brücke zieht den
Blick diagonal ins Bild und sorgt so für eine starke Linienführung. Das harte Licht bringt die Struktur der
Felsen plastisch zur Geltung, wirkt in den Schattenbereichen allerdings teils schroff. In den frühen Morgen-
oder späten Abendstunden wäre das Licht weicher gewesen und die Konturen kämen dann stimmungsvoller und wärmer
zur Geltung. Zudem liegt die Brücke am Nachmittag und Abend im Schatten, da sie zu dieser Zeit nicht mehr direkt
angestrahlt wird.
Damals machte ich kein einziges Foto, das die Bastei wirklich in den Mittelpunkt rückte und genau damit schließt
sich der Kreis zum Titel dieses Reiseberichts. Im Jahr 2025 stehen uns vier Tage zur Verfügung, diesmal jedoch
unter anderen Vorzeichen: mit einer festen Unterkunft, ohne Fahrräder und mit sorgfältiger Vorbereitung. In
dieser Fotoreise möchten wir uns ganz bewusst auf ein einziges Motiv konzentrieren und es zur jeweils besten
Tageszeit, bei besonderen Wetterstimmungen und sogar bei Nacht fotografisch festhalten. Wir – Elias und ich – teilen seit über 20 Jahren die
Leidenschaft für die Fotografie und freuen uns darauf, mit diesem fokussierten Ansatz neue Facetten eines
bekannten Wahrzeichens sichtbar zu machen.
Die Vorbereitung
Für unsere Fototour zur Bastei haben wir bewusst die ersten Maitage gewählt, denn diese Zeit vereint mehrere
entscheidende Vorteile. Anfang Mai liegen die durchschnittlichen Tageshöchstwerte in der Sächsischen Schweiz bei
etwa 18 °C, die Tiefstwerte bei rund 8 °C. Das ist meist angenehm für ausgedehnte Aufstiege, auch wenn man bei
steileren Passagen durchaus ins Schwitzen kommt und es in den frühen Morgenstunden auch mal frisch sein kann.
Sonnenaufgang ist etwa 5:30 und Sonnenuntergang etwa 20:30. Das ist ideal um nicht ganz so früh aufstehen zu
müssen. Wie schon angemerkt ist besonders der Sonnenaufgang von Interesse, da die Sonne an der richtigen
Position aufgeht um die Basteibrücke im Morgenlicht erstrahlen zu lassen. Der Temperaturunterschied zwischen den
kühlen Nächten und den milderen Tagen begünstigt besonders in den engen Schluchten in den Morgenstunden die
Bildung von Bodennebel. Frisches Laub, zarte Grüntöne und erste Blüteninseln in den Lichtungen setzen lebendige
Akzente und bilden einen reizvollen Kontrast zum rauen Sandstein. Im Vergleich zum April wirken die Wälder
bereits dichter, doch die Temperaturen bleiben angenehm und weit entfernt von der Hitze des Hochsommers.
Vor Pfingsten sind die großen Ferienzeiten noch nicht angebrochen. Die Wanderwege und Aussichtspunkte sind im
frühen Mai spürbar weniger belebt, also ideale Bedingungen, um ungestört zu arbeiten und ein einzelnes Motiv in
Ruhe bei optimalem Licht festzuhalten.
Elias unternahm Mitte April sein erstes Scouting und schickte mir per Handy einige vielversprechende Aufnahmen.
Später trafen wir uns in Chemnitz, um die Planung im Detail zu konkretisieren – besonders, wie wir die
Lichtmalerei an unserem Hauptmotiv optimal umsetzen können. Seit unserem
Fotokurs im Erlebnisbergwerk Merkers mit Dieter Horn im Jahr 2023 sind wir von dieser Technik fasziniert
und verfeinern sie seither bei jeder Reise.
Lichtmalerei (Light Painting) ist eine fotografische Technik, bei der in einer Langzeitbelichtung mithilfe von
Lichtquellen (Taschenlampen, mehrfarbige Lichtstäbe oder sogar Handylichtern) gezielt Formen, Linien oder
Effekte „gemalt“ werden. Die Kamera steht auf einem Stativ, die Belichtungszeit erstreckt sich über mehrere
Sekunden bis Minuten, und der Fotograf bewegt die Lichtquelle im Bildraum oder richtet sie auf bestimmte
Objekte. Im letztgenannten Fall muss darauf geachtet werden, dass die Lichtquelle nicht von der Kamera
eingefangen werden kann. Sonst würden ungewollte Lichtspuren entstehen.
Mich fasziniert diese Methode, weil sie Fotografie und Malerei auf ganz eigene Weise miteinander verbindet:
Statt statischer Motive entstehen dynamische Lichtspuren und surreale Kompositionen. Jede Aufnahme wird zu einem
Unikat, getragen von einem spannenden Zusammenspiel aus Zufall und Kontrolle. Besonders faszinierend finde ich
den experimentellen Charakter dieser Technik. Durch den Einsatz unterschiedlicher Lichtfarben und ungewöhnlicher
Lichtverläufe eröffnen sich nahezu unbegrenzte kreative Möglichkeiten, die weit über die klassische Landschafts-
oder Architekturfotografie hinausreichen. Gleichzeitig lassen sich gezielt bestimmte Bildelemente hervorheben
oder Details herausarbeiten, etwa durch punktgenaue Lichtführung oder bewusstes Überlagern von Strukturen. So
entstehen Bilder, die nicht nur abbilden, sondern interpretieren – irgendwo zwischen Realität und Vorstellung.
Für unsere geplante Lichtmalerei-Aufnahme der Basteibrücke wollten wir vorab testen, wie sich unterschiedliche
Lichtarten bei größeren Entfernungen verhalten. Also trafen wir uns an einem Abend in Chemnitz zu einem kleinen
Praxistest. Elias brachte dafür die Taschenlampe Glarylight GL-P90-COB-CK* mit, ein leistungsstarkes Modell mit einstellbarem Fokus. Ziel
des Tests war es, sowohl die Reichweite des fokussierten Lichtstrahls als auch die Ausleuchtung im diffusen
Modus zu prüfen. Auf einer Fußgängerbrücke über einer breiten Eisenbahnstrecke boten sich ideale Bedingungen:
eine freie Sichtachse über mehrere hundert Meter hinweg, vergleichbar mit den Distanzen, die wir bei der
Basteibrücke erwarten würden. Im Test zeigte sich, dass der fokussierte Strahl beeindruckend weit reichte, aber
auf größere Entfernung zu schnell an Leuchtstärke verlor. Der diffuse Lichtmodus hingegen beleuchtete breite
Flächen recht gleichmäßig, aber nur im Nahbereich. Vor Ort diskutierten wir, wie sich diese Eigenschaften auf
die geplanten Kompositionen an der Bastei auswirken würden – insbesondere in Bezug auf gezielte Akzentuierung
von Felsen oder Strukturen.
Ein zentrales Fazit des Abends: Es fehlt uns noch ein LEP-Laser oder eine vergleichbar stark gebündelte
Lichtquelle, um auf weite Distanz klar definierte Lichtspuren zu setzen. Der Test war aufschlussreich und half
uns, die Grenzen und Möglichkeiten der vorhandenen Technik realistisch einzuschätzen.
Nach einiger Recherche zu LEP-Lasern entschied ich mich schließlich für die Ledlenser P9R Core LEP*. Diese Taschenlampe nutzt die innovative Laser
Excited Phosphor (LEP)-Technologie, um einen extrem fokussierten weißen Lichtstrahl zu erzeugen, der in der
Boost-Stufe eine Reichweite von bis zu 1300 Metern erreicht. Neben dem gebündelten Lichtstrahl verfügt die P9R
Core LEP über zusätzliche weiße und rote COB-LEDs, die eine wirklich sehr homogene Ausleuchtung im Nahbereich
ermöglichen. Diese Kombination hat mich letztendlich überzeugt, da ich mit einem Gerät mehrere Einsatzzwecke
abdecken kann. In jedem Lichtmodus kann man stufenweise die Lichtintensität schalten, sodass man bei wechselnden
Anforderungen flexibel bleibt. Mich überzeugt auch die IP68-Zertifizierung, denn dies sichert den Einsatz auch
unter anspruchsvollen Outdoor-Bedingungen.
Zur Vorbereitung gehörte für uns auch, die Anreise entspannt anzugehen. In Pirna machten wir Halt im
Restaurant „Der Laterne“, das sich als echter Geheimtipp erwies: liebevoll eingerichtet, mit viel
Atmosphäre und einem stimmigen Gesamtkonzept. Von außen wirkte das Restaurant eher schlicht, doch das störte uns
nicht, denn schließlich zählt, was auf den Teller kommt. Ich hatte ein Gericht mit Hackfleisch im Algenblatt.
Wie es genau hieß, weiß ich nicht mehr, aber es war raffiniert gewürzt und schön angerichtet. Einzig eine Sorte
Blattgemüse im Gericht hatte einen recht dominanten, leicht bitteren Geschmack, der für mich nicht ganz zum Rest
passen wollte. Dazu gab’s einen eiskalten grünen Tee mit Früchten. Erfrischend, nicht zu süß, und mit einer
dezent fruchtigen Note, die das Getränk zu einem kleinen Highlight machte. Insgesamt ein rundum gelungener
Zwischenstopp, der uns gut auf die kommenden Tage eingestimmt hat. Hier ein kleiner Eindruck:
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„Die Laterne“ – Pirna – Mai 2025 – 1/50s, f/1.89, ISO 41 – aufgenommen mit Google Pixel 7a.
Gut gestärkt machten wir uns auf den Weg zu unserer Unterkunft, die wir über Airbnb gebucht hatten. Es war ein
kleiner Bungalow in Rathen, genauer gesagt in Oberrathen, also auf der anderen Seite der Elbe. Die Unterkunft
erwies sich als genau richtig für unseren Zweck: funktional eingerichtet, mit ausreichend Platz zum Schlafen,
Essen und Ausruhen. Mehr brauchten wir nicht, denn wir waren ohnehin die meiste Zeit draußen unterwegs. Ein
echter Pluspunkt war der Blick aus dem Fenster. Von dort aus konnten wir direkt auf die Felsen der Bastei sehen
und so Lichtstimmung und Wetterverhältnisse schon vor dem ersten Schritt vor die Tür gut einschätzen. Viele der
geplanten Fotospots konnten wir direkt zu Fuß erreichen, auch wenn die bergige Umgebung gelegentlich für
schweißtreibende Anstiege sorgte.
Eine Alternative wäre das Berghotel und Panoramarestaurant Bastei. Es liegt direkt auf dem Felsplateau und
bietet einen spektakulären Blick auf die Elbe und die umliegende Felsenlandschaft. Wer das nötige Kleingeld
übrig hat, kann dort übernachten. Näher dran geht es kaum.
Das Scouting
Auch wenn wir viele Spots schon im Vorfeld mithilfe von PC oder Smartphone geplant und diskutiert hatten,
beginnt jede ernsthafte Fototour für uns mit dem Scouting. Vor Ort wirkt vieles anders als auf Karten oder
Bildern. Es geht darum, den Ort zu verstehen, Licht und Bewegung zu beobachten und die Atmosphäre zu erfassen.
Zum Einstieg erkundeten wir zunächst Oberrathen, um uns einen Überblick über die örtlichen Gegebenheiten zu
verschaffen. Dazu gehörten zum Beispiel die Fahrzeiten der Elbfähre, die am Hinweisschild angegeben waren, sowie
die Lage von Restaurants und Imbissen. Für den Weg zur Basteibrücke gibt es grundsätzlich zwei Möglichkeiten:
Zu Fuß unter Nutzung der Elbfähre:
Die
Personenfähre zwischen Oberrathen und Niederrathen verkehrt zu folgenden Betriebszeiten:
Montag bis Freitag: 04:30 Uhr – 00:00 Uhr
Samstag, Sonntag und Feiertag: 05:30 Uhr – 00:00 Uhr
Letzte Überfahrten:
von Niederrathen um 23:50 Uhr
von Oberrathen um 23:55 Uhr
Mit der Kurort-Gästekarte ist die Fährfahrt kostenfrei. Die Überfahrt dauert etwa fünf Minuten. Insgesamt
benötigt man für den Aufstieg zur Basteibrücke etwa 30 Minuten.
Mit dem Auto:
Alternativ kann man die Basteibrücke mit dem Auto erreichen. Dies erfordert jedoch einen Umweg zur nächsten
Elbbrücke, was mindestens 35 Minuten in Anspruch nimmt. Die Strecke ist stellenweise holprig. Am
Bastei-Parkplatz fallen Parkgebühren von 7 € für 4 Stunden oder 12 € pro Tag an. Vom Parkplatz aus sind es noch
etwa 15 Minuten Fußweg bis zur Basteibrücke.
Beim Scouting entschieden wir uns für die Route mit der Elbfähre. Von Oberrathen aus setzten wir über und
begannen unsere Tour zu den wichtigsten Fotospots. Den Anfang machte die Tiedge-Aussicht – ein vertrauter Ort,
an dem ich die Bildkomposition bewusst genauso wählte wie bei meinem Besuch vor neun Jahren.
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Kurort Rathen von der Tiedge-Aussicht – Mai 2025 – 1/250s, f/6.3, ISO 100 – aufgenommen mit der Sony α7 IV und
dem Sony FE 16-35mm F4 ZA OSS bei 16mm.
Die optische Qualität des verwendeten Objektivs Sony FE 16–35mm F4 ZA OSS* ist deutlich höher, vor allem in Hinblick auf die
gleichmäßigere Ausleuchtung, den ausgewogeneren Kontrastverlauf und das Fehlen störender Farbverschiebungen in
den Bildecken. Anschließend ging es weiter zur Basteibrücke. Die benachbarte Felsenburg Neurathen war leider
geschlossen, doch wir nutzten die Gelegenheit, um den Ferdinandstein zu erreichen. Aus fotografischer Sicht der
zentrale Aussichtspunkt, von dem sich der ikonische Blick auf die Basteibrücke eröffnet.
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Basteibrücke mit dem Lilienstein im Hintergrund – vom Ferdinandstein fotografiert – Mai 2025 – 1/200s, f/6.3,
ISO
100 – aufgenommen mit der Sony α7 IV und dem Voigtländer MACRO APO-LANTHAR 110mm F2.5.
Das Foto zeigt nur einen Ausschnitt der Basteibrücke, eingerahmt von zwei Felsen in der Nähe. Die Brücke selbst
liegt zwar im Schatten, dafür wird aber der Lilienstein dahinter schön beleuchtet und perfekt in Szene gesetzt.
Das Bild macht deutlich, wie wichtig direkte Beleuchtung für die Wirkung der Basteibrücke ist. Am besten
fotografiert man sie deshalb morgens, da sie am Nachmittag meist komplett im Schatten liegt.
Auf dem Ferdinandstein machten wir weitere Testaufnahmen, darunter auch weitwinkligere Perspektiven. Dabei
tauschten wir uns ausführlich darüber aus, welche Motive zu welcher Tageszeit besonders gut wirken, welche
Lichtstimmungen wir gezielt einfangen wollten und wie sich die Bildausschnitte jeweils optimal gestalten ließen.
Da wir diesen Spot auch für unsere geplante Lichtmalerei-Aufnahme ausgewählt hatten, versuchten wir zudem
einzuschätzen, von welchen Punkten aus wir mit welchen Taschenlampen anstrahlen können, um die gewünschten
Bildeffekte zu erzielen.
Zum Abschluss unserer Erkundung besuchten wir die Pavillonaussicht. Von dort eröffnet sich ein weiter Blick auf
die markanten Tafelberge der Sächsischen Schweiz. Besonders eindrucksvoll treten der Lilienstein und der
benachbarte Pfaffenstein hervor.
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Lilienstein und Pfaffenstein (hinten rechts) von der Pavillonaussicht – Mai 2025 – 1/250s, f/5.6, ISO 100 –
aufgenommen mit der Sony α7 IV und dem Voigtländer MACRO APO-LANTHAR 110mm F2.5.
Besonders schön war das Licht des späten Nachmittags, welches die Felsen seitlich beleuchtete und so ihre
Struktur betonte. Das satte Grün der umliegenden Bäume verstärkte diesen Effekt zusätzlich und ließ die Formen
besonders plastisch wirken.
Nach unserem rund dreistündigen Ausflug kehrten wir in Siegert's „Kleine Kneipe“ ein, einem gemütlichen Ort in Oberrathen, der genau das bot, was
wir nach einer langen Wanderung brauchten: eine entspannte Atmosphäre und etwas Herzhaftes auf dem Teller.
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Siegert's „Kleine Kneipe“ – Oberrathen – Mai 2025 – 1/25s, f/1.89, ISO 319 – aufgenommen mit Google Pixel 7a.
Es gab Pommes mit Chilikäsesauce, einfach aber hervorragend zubereitet: knusprig und mit einer angenehm scharfen
Würze. Genau die richtige Kombination aus Snack und Belohnung nach einem gelungenen Nachmittag in der
Sächsischen Schweiz. Wer in der Gegend unterwegs ist, dem kann ich einen Besuch dort auf jeden Fall empfehlen.
Während wir unser Essen genossen, sammelten wir Kraft für das, was noch am selben Abend bevorstand. Die
Wetterbedingungen waren vielversprechend und somit eine gute Gelegenheit, die geplante Lichtmalerei direkt
umzusetzen. Dabei besprachen wir ganz konkret die Aufnahme an der Basteibrücke vom Ferdinandstein aus. Unser
Ziel war der klassische Postkartenausschnitt: Die Brücke sollte komplett im Bild sein und daneben nur wenige
Felsen und Bäume zu sehen sein. Als Objektiv erschien uns ein 50 Millimeter am besten geeignet. Wir entschieden
uns für die Sony α7 IV, da sie eine höhere Auflösung bietet und uns somit später mehr Freiheiten bei der
Bildbearbeitung erlaubt, obwohl Elias' Kamera ein geringeres Bildrauschen aufweist. Da wir voraussichtlich bis
tief in die Nacht beschäftigt sein würden und die Elbfähre nachts nicht mehr fahren würde, entschieden wir uns,
mit dem Auto zur Bastei zu fahren, um unabhängig und flexibel zu bleiben.
Die Lichtmalerei an der
Bastei
Unsere Anreise zum Bastei-Parkplatz und der anschließende Weg zur Basteibrücke verlief leider schwieriger als
erwartet. Wir wählten die Route über Pirna, was sich im Nachhinein als schlechte Entscheidung herausstellte. Die
Straßen dorthin waren in einem sehr schlechten Zustand, die Navigation unübersichtlich und das Fahren machte
wenig Freude. Zudem war die Gegend überraschend belebt, trotz der späten Stunde: Viele Fußgänger waren
unterwegs, oft mit Hunden, die teilweise nicht angeleint waren und durch dunkle Kleidung kaum zu sehen waren.
Besonders unangenehm wurde es, als ein Mann mit gleich drei Hunden unterwegs war. Einer dieser Hunde lief
plötzlich beim Vorbeifahren direkt auf unser Auto zu und schien dem Fahrzeug regelrecht zu folgen. Das sorgte
für eine brenzlige Situation und erhöhte die Anspannung auf der ohnehin schon schwierigen Fahrt.
Als wir an der Basteibrücke ankamen, war bereits die Dämmerung angebrochen. Zunächst verschafften wir uns einen
Überblick, nicht nur in Bezug auf das Motiv, sondern vor allem, um mögliche Störungen zu erkennen. Ein
entscheidender Faktor ist die Anwesenheit anderer Menschen. Für die Lichtmalerei sind Passanten problematisch,
da unsere starken Taschenlampen sehr hell leuchten und leicht blenden können. Deshalb war es wichtig, dass sich
niemand im Bildausschnitt aufhielt, sowohl aus Rücksicht als auch um ungewollte Lichtspuren im Foto zu
vermeiden.
Unser Vorgehen folgte einem klaren, dreistufigen Plan.
1. Vorbereitende Analyse der Lichtquellen
Zunächst machten wir einige Testaufnahmen, um die geeignete Belichtungszeit zu ermitteln. Dazu analysierten wir
auch schon die Auswirkung mit zusätzlicher frontaler sowie seitlicher Beleuchtung, aber in getrennten Aufnahmen.
Uns interessierte besonders, wie sich das rötliche Restlicht des Himmels in der Kamera niederschlug, denn die
Farbwirkung ist in der Nachtfotografie oft schwer vorherzusagen. Zusätzlich sorgte ein schmaler Sichelmond für
eine zarte Grundbeleuchtung der Felsen – ein nicht zu unterschätzender Effekt, der in Kombination mit
künstlichem Licht zu interessanten Kontrasten führen kann.
Wir analysierten außerdem, wie stark sich die Umgebungslichter auswirken würden: Die hell beleuchteten Gebäude
im Hintergrund sowie einzelne Lichtquellen im Tal mussten wir im Blick behalten. Sie könnten störende Akzente
setzen oder ungewollt in die Komposition eingreifen. Diese erste Phase war essenziell, um die technischen
Rahmenbedingungen für die Lichtmalerei-Aufnahmen festzulegen.
Die seitliche Ausleuchtung der Brücke mit der leistungsstarken LEP-Taschenlampe* wirkte vielversprechend: Die vorspringenden Steine und
Felsen wurden plastisch betont und setzten sich deutlich vom Hintergrund ab. Allerdings erzeugte der starke
Schattenwurf teils sehr harte Kontraste, die das Gesamtbild unausgewogen wirken ließen.
2. Ergänzende LED-Ausleuchtung
Daher ergänzten wir in einem zweiten Schritt eine frontale Ausleuchtung mit der breit streuenden LED-Lampe*, um die Schatten abzumildern und Details
gleichmäßiger hervorzuheben. Während dieser Phase blieben Elias und ich per Telefon in Kontakt, denn so konnte
er mir von der Kamera aus auf dem Ferdinandstein direkt Rückmeldung zu Lichtwirkung und Bildaufbau geben. Ich
versuchte, verschiedene freie Stellen im dichten Gebüsch zu nutzen, um die Brücke aus passender Entfernung
auszuleuchten. Mit seiner LED-Lampe sorgte Elias parallel für eine gezielte Aufhellung, um die Kontraste
auszugleichen.
3. Farbige Akzentbeleuchtung und Ergebnis
In der dritten Phase unserer Lichtmalerei brachten wir gezielt einen Farbakzent ins Spiel. Wir entschieden uns
für Blau, das einen starker Kontrast zum rötlichen Schimmer des Himmels und zur warmen Umgebungsbeleuchtung
darstellte. Den Farbton konnte man an der LED-Stablampe CAMOLO RGB-Stableuchte* genau einstellen. Da die Belichtungszeit etwa neun
Minuten betragen sollte, was mit den üblichen Kameraeinstellungen allein nicht möglich gewesen wäre, verwendeten
wir den Fernauslöser mit integrierter
Timerfunktion von Rollei*. Dieser blieb neben der Kamera auf dem Ferdinandstein zurück, während ich mich
auf den Weg machte, um die seitliche Beleuchtung der Brücke umzusetzen. Ich führte das Licht etwa zwei Minuten
über die Brücke und die angrenzenden Bäume, wie ich es zuvor einige Male eingeübt hatte.
Währenddessen stand Elias bei der Kamera und begann gleichzeitig mit der frontalen Beleuchtung, um die starken
Kontraste abzumildern. Als ich meine Passage beendete und zurück zur Kamera ging, kam mir Elias entgegen. Er
übernahm nun den dritten Part, den farbigen Akzent mit der bereits auf blau eingestellten Stableuchte. Dafür
überquerte er zügig die Brücke und achtete dabei genau darauf, die Lichtquelle mit seinem Körper zu verdecken,
um unerwünschte Lichtstreifen zu vermeiden.
Wir wiederholten diesen Ablauf mehrfach im bewährten Trial-and-Error-Verfahren, bis Lichtführung, Timing und
Bildwirkung unseren Ansprüchen gerecht wurden. Und hier ist nun das Resultat – ich finde, es kann sich wirklich
sehen lassen:
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Leuchtpfad über Dunkelstein – Mai 2025 – 539s, f/6.3, ISO 100 – aufgenommen von Elias und Daniel mit der Sony
α7 IV und dem Sony FE 50mm F1.4 ZA, bearbeitet von Daniel.
Übrigens habe ich eine KI nach einem künstlerisch wertvollen Titel für das Bild gefragt und „Leuchtpfad über
Dunkelstein“ war die Antwort. Das hat mich dann doch irgendwie abgeholt.
Für die Rückfahrt nach Rathen gegen 2:30 Uhr wählten wir die Route über die Elbbrücke bei Rathmannsdorf – eine
deutlich angenehmere Strecke. Die Straßen sind in wesentlich besserem Zustand und lassen sich besonders nachts
deutlich entspannter befahren. Rückblickend würde ich die südliche Umfahrung klar empfehlen.
Der Sonnenaufgang in Licht und Klarheit
Nach nur anderthalb Stunden „Schlaf“ machten wir uns wieder auf den Weg zur ersten Elbfähre um 5:30 Uhr. Für den
Aufstieg benötigten wir etwa 20 Minuten, was sicher auch der morgendlichen Kühle geschuldet war, die wir sowohl
beim Warten auf die Fähre als auch während der Überfahrt aushalten mussten. Oben angekommen waren wir dann doch
etwas überrascht, so viele Menschen anzutreffen. Damit bestätigte sich die Aussage des Milchstraßenfotografen,
den wir in der Nacht zuvor kennengelernt hatten: Bereits ab etwa 3:00 Uhr versammeln sich zahlreiche
Fotografierende an der Bastei, um den Sonnenaufgang einzufangen. Der Ferdinandstein war dementsprechend bereits
gut gefüllt:
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Aussichtspunkt Ferdinandstein – fotografiert von der Basteibrücke – Mai 2025 – 1/381s, f/1.89, ISO 47 –
aufgenommen mit Google Pixel 7a.
Wir wichen also auf unseren alternativen Standort, den „Basteiblick“, aus und konnten dort viele schöne
Aufnahmen machen. Ein besonderes Highlight war der Heißluftballon, der in aller Ruhe an der Plattform vorbeizog
– ein unerwarteter Blickfang und eine wunderbare Ergänzung zur ohnehin schon eindrucksvollen Landschaft:
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Aussicht Basteiblick – Mai 2025 – 1/100s, f/6.3, ISO 100 – aufgenommen mit der Sony α7 IV und dem Sony FE
16-35mm F4 ZA OSS.
Auch das nächste Bild möchte ich Ihnen nicht vorenthalten. Die seitlich einfallende Sonne erzeugte auffällige
Lichteffekte im Objektiv, die wie Sonnenstrahlen wirken und dem Bild eine besondere Atmosphäre verleihen. Die
Landschaft selbst erinnert mich an eine prähistorische Welt. Man könnte sich gut vorstellen, dass gleich ein
Flugsaurier durchs Bild gleitet, ohne dass es fehl am Platz wirken würde. Bei dem Titel war die KI wieder am
Werk, aber bei genauerer Betrachtung sehr passend.
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Schatten der Vorzeit – Mai 2025 – 1/50s, f/6.3, ISO 160 – aufgenommen mit der Sony α7 IV und dem Sony FE 50mm
F1.4 ZA.
Als sich die Menschenmenge auf dem Ferdinandstein etwas gelichtet hatte, nutzten wir die Gelegenheit für weitere
Aufnahmen. Zwar war die eigentliche Lichtstimmung des Sonnenaufgangs bereits vorüber, doch die Basteibrücke
wurde noch immer wunderschön von der Morgensonne angestrahlt und atmosphärisch in Szene gesetzt.
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Die Basteibrücke im Morgenlicht – fotografiert vom Ferdinandstein – Mai 2025 – 1/250s, f/6.3, ISO 100 –
aufgenommen mit der Sony α7 IV und dem Sony FE 50mm F1.4 ZA.
Anschließend erkundeten wir die nähere Umgebung auf der Suche nach weiteren Motiven. Die Wehlsteinaussicht
wirkte zu dieser Tageszeit eher unspektakulär, weshalb wir weiter zur Pavillonaussicht gingen. Dort machten wir
noch einige Aufnahmen und legten eine kurze Pause ein.
Zuvor hatten wir im Netz beeindruckende Fotos der sogenannten Wehlnadel gesehen und fragten uns, wie man dorthin
gelangen könnte. Auf unserer Suche trafen wir zwei Ranger, die uns erklärten, dass die Wehlnadel nicht legal
erreichbar sei. Die entsprechenden Aufnahmen im Internet stammen offenbar von Personen, die verbotenerweise die
markierten Wanderwege verlassen haben. Die Ranger waren gerade auf dem Weg zu einem rauchenden Kletterer, also
ein weiteres Zeichen dafür, wie sorgsam im Nationalpark kontrolliert wird. Kein Wunder also, dass die Wehlnadel
weder ausgeschildert noch in gängigen Reiseführern erwähnt wird.
Gegen 8:00 Uhr stiegen wir ins Tal hinab und kehrten im
Panorama-Bistro & Biergarten im Rathener Hof ein. Die Buffetauswahl war nicht überladen, aber für 18 €
als All-you-can-eat-Angebot – nach über 24 Stunden ohne echten Schlaf – absolut in Ordnung. Ich kann das
Frühstück dort definitiv empfehlen. Wir blieben länger sitzen als eigentlich nötig gewesen wäre. Die Erschöpfung
war deutlich spürbar und so gönnten wir uns anschließend ein paar Stunden Schlaf in der Unterkunft.
Erstaunlicherweise war ich etwas früher wieder wach und nutzte die Zeit zur Sichtung der bisherigen Aufnahmen
und machte mir erste Notizen zur Nachbereitung.
Wir unternahmen eine kleine Einkaufsfahrt in den Nachbarort, besorgten Lebensmittel und bereiteten anschließend
gemeinsam das Abendessen zu, begleitet von einer obligatorischen Folge Stargate Atlantis*, die wir als langjährige Fans seit unseren ersten
Filmabenden regelmäßig zusammen ansehen. Später machten wir uns erneut auf den Weg, um potenzielle Spots für ein
weiteres Nachtshooting auszukundschaften. Der Spaziergang diente dabei nicht nur der Vorbereitung, sondern auch
der Erholung. Gegen 22:00 Uhr legten wir uns für ein kurzes Nickerchen bis etwa 1:30 schlafen. Anschließend
wollten wir an der Elbe die Bastei von unten fotografieren. Das Setup stand bereits, als plötzlich dichter Nebel
aufzog. Ein Lichtmalereibild war so nicht mehr möglich. Aber immerhin: Die Szenerie stimmte uns optimistisch, am
kommenden Morgen mit stimmungsvollen Nebelaufnahmen belohnt zu werden.
Der Sonnenaufgang im Schleier des Nebels
Nach einer erneut kurzen Nacht (ca. 1.5h) machten wir uns wieder auf den Weg zur Fähre. Der Nebel war in dieser
frühen Stunde allgegenwärtig wie dieser Schnappschuss eindrucksvoll zeigt:
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Bastei hinter einer Nebelwand – fotografiert von der Rathener Fähre – Mai 2025 – 1/33s, f/2.2, ISO 93 –
aufgenommen mit Google Pixel 7a.
Nachdem wir uns durch die dichte Nebelwand gearbeitet hatten, erreichten wir den visuell beeindruckendsten
Abschnitt unserer gesamten Fotoreise. Ich machte unzählige Aufnahmen und stand zwischendurch einfach nur
staunend da, um das eindrucksvolle Wechselspiel von Schatten, Licht und Nebel auf mich wirken zu lassen. Ein
kräftiger Wind trieb die Nebelschwaden unablässig durch das Tal, wodurch sich die eindrucksvollsten Szenen oft
nur für Sekunden zeigten. Nachfolgend ein Blick über den Wehlgrund: Die Felsen sind in warmes Morgenlicht
getaucht, während das Tal darunter wie von dichtem Nebel geflutet wirkt.
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Der neblige Wehlgrund im Morgenlicht – fotografiert vom Ferdinandstein – Mai 2025 – 1/200s, f/6.3, ISO 100 –
aufgenommen mit der Sony α7 IV und dem Sony FE 50mm F1.4 ZA.
Auch beim nächsten Motiv war gutes Timing entscheidend. Ich konnte die Basteibrücke genau in dem kurzen Moment
festhalten, in dem die Morgensonne sie in warmes Licht tauchte und aus meinem Blickwinkel kein Nebel davor lag.
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Die Basteibrücke – fotografiert auf dem Weg zwischen Ferdinandstein und Basteiweg – Mai 2025 – 1/500s, f/6.3,
ISO
100 – aufgenommen mit der Sony α7 IV und dem Sony FE 50mm F1.4 ZA.
Schließlich kehrten wir zur Basteiaussicht zurück. Die meiste Zeit stand ich einfach nur da und machte keine
Aufnahmen. Es ist schwer in Worte zu fassen, welche Wirkung das Zusammenspiel aus Licht, Nebel und der ständigen
Veränderung durch den Wind in dieser beeindruckenden Landschaft auf mich hatte. Zum Glück gelang mir schließlich
das nachfolgende Bild, denn es fängt die Szenerie auf eine Weise ein, die dem Moment erstaunlich nahekam.
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Im Zauber eines flüchtigen Moments – fotografiert auf der Basteiaussicht – Mai 2025 – 1/1000s, f/6.3, ISO 100 –
aufgenommen mit der Sony α7 IV und dem Sony FE 50mm F1.4 ZA.
Als sich der Nebel über der Bastei weitgehend gelichtet hatte, kehrten wir noch einmal auf den Ferdinandstein
zurück und hielten die Brücke im sanften Morgenlicht fest. Anders als bei unserer „Schönwetteraufnahme“ wird die
Bastei hier vom gedämpften Licht umspielt, während letzte Nebelfelder in der Ferne die Szene geheimnisvoll und
atmosphärisch aufladen.
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Die Basteibrücke am nebligen Morgen – fotografiert vom Ferdinandstein – Mai 2025 – 1/125s, f/6.3, ISO 100 –
aufgenommen mit der Sony α7 IV und dem Sony FE 50mm F1.4 ZA.
Gegen 8:15 Uhr traten wir unseren letzten Abstieg an. Als wir anschließend mit der Fähre nach Oberrathen
übersetzten, hatten wir einen ungewöhnlichen Passagier an Bord:
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Ein stiller Mitfahrer – fotografiert von der Rathener Fähre – Mai 2025 – 1/1080s, f/1.89, ISO 44 – aufgenommen
mit Google Pixel 7a.
Anschließend gönnten wir uns ein ausgedehntes Frühstück, begleitet von einer weiteren Folge Stargate Atlantis*. Danach legten wir uns
schlafen, doch vermutlich durch den übermäßigen Koffeinkonsum war ich bereits nach ein bis zwei Stunden wieder
wach und nutzte die Zeit, um an diesem Reisebericht weiterzuschreiben.
Am Nachmittag des dritten Tages regnete es durchgehend. Trotzdem unternahmen wir eine kleine Scoutingtour zum
Amselfall. Das Areal war jedoch aufgrund von Steinschlaggefahr gesperrt, die begehbaren Wege sogar mit
Überdachungen versehen. Wir zogen in Erwägung, ob sich ein fotografischer Versuch dennoch lohnen könnte,
entschieden uns letztlich aber dagegen. Auf dem Rückweg machten wir ein paar Handyfotos unter anderem vom
„Lächelnden Stein“ und hielten uns eine Weile an der Staumauer des Amselsees auf. Bei besserem Wetter wäre
dieser Ort sicher ein reizvolles Motiv. Später schlenderten wir noch durch Niederrathen und diskutierten das
Potenzial der Staumauer für eine nächtliche Lichtmalerei. Da die Wettervorhersage jedoch auch zwischen 22 und 2
Uhr Regen ankündigte und ich am nächsten Tag als Fahrer ausgeruht sein musste, entschieden wir uns eine sichere
Heimreise.
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Die Staumauer Amselsee – Mai 2025 – 1/449s, f/1.89, ISO 48 – aufgenommen mit Google Pixel 7a.
Bei einem ausgedehnten Abendessen ließen wir nicht nur den Tag, sondern auch unsere Fotoreise in aller Ruhe
ausklingen.
Das Fazit
Nach vier intensiven Tagen zwischen Felsen, Nebel und Lichtmalerei blicken wir voller Energie und Inspiration
zurück. Wir haben gelernt, wie entscheidend das richtige Zeitfenster und das Zusammenspiel unterschiedlicher
Lichtquellen sind, um aus einer bekannten Landschaft ganz neue Bildwelten zu erschaffen. Beim Scouting vor Ort,
von den frühen Fährfahrten bis hin zum nächtlichen Auto-Trip zeigte sich einmal mehr, dass sorgfältige Planung
und Flexibilität Hand in Hand gehen müssen.
Um den Ablauf dieser fokussierten Fotoreise nachvollziehbar zu machen, habe ich die einzelnen Stationen und
Aktivitäten in einer chronologischen Übersicht zusammengestellt. Auch wenn diese Fototour in vielerlei Hinsicht
anders verlief als jene in 2016, lohnt sich ein Blick auf die damalige Struktur und die Gewichtung der fotografischen Phasen.
Tag 1
Donnerstag, 1. Mai 2025
Anreise → Das Scouting → Die Lichtmalerei
00:0004:0008:0012:0016:0020:0024:00
Chemnitz →
"Die Laterne"
→ Unterkunft
Unterkunft beziehen
Das Scouting
Siegert's „Kleine Kneipe“
→ Basteiparkplatz
Die Lichtmalerei
Tag 2
Freitag, 2. Mai 2025
Die Lichtmalerei → Der Sonnenaufgang in Licht und Klarheit → Kraft sammeln
00:0004:0008:0012:0016:0020:0024:00
Die Lichtmalerei
→ Unterkunft
Schlafen
→ Bastei
Der Sonnenaufgang in Licht und Klarheit
→ Bistro
"Panorama-Bistro & Biergarten im Rathener Hof"
Schlafen & Pause
→ Einkauf in Königsstein →
Pause, Essen & Planung
Scouting 2
Schlafen
Tag 3
Samstag, 3. Mai 2025
Nachtshooting → Der Sonnenaufgang im Schleier des Nebels → Regenzeit
00:0004:0008:0012:0016:0020:0024:00
Schlafen
→ Elbe
Nachtshooting
→ Unterkunft
Schlafen
→ Bastei
Sonnenaufgangsshooting bei Nebel
→ Unterkunft
Frühstück
Schlafen & Reisebericht
Scouting 3 & Spaziergang durch Rathen
Abendessen & Pause
Spaziergang
Schlafen
Tag 4
Sonntag, 4. Mai 2025
Abreise nach Chemnitz
00:0004:0008:0012:0016:0020:0024:00
Schlafen
Aufstehen & Packen
Rückreise nach Chemnitz
Mit dem Auto
Zu Fuß
Scouting und Testfotos
Fotosession
Essen/Pause
Schlafen
Einkauf
Timeline der Fototour in die Sächsischen Schweiz im Mai 2025.
Im Anschluss finden Sie einen tabellarischen Vergleich der beiden Reisen. Die prozentuale Darstellung zeigt auf
einen Blick, wie sich die Schwerpunkte und Zeitverteilungen zwischen damals und der Fototour in 2025 verschoben
haben.
2025
Kategorie
Stunden
Anteil an der Reise
Fotografische Aktivitäten
17.6 h
24.5 %
Fortbewegung
8.8 h
12.3 %
Schlafen
22.5 h
31.3 %
Sonstiges
22.9 h
31.9 %
2016
Kategorie
Stunden
Anteil an der Reise
Fotografische Aktivitäten
8.7 h
8.7 %
Fortbewegung
10.9 h
11.0 %
Schlafen
32.0 h (Annahme)
32.2 %
Sonstiges
47.9 h
48.1 %
Besonders auffällig ist, dass wir 2025 mehr als doppelt so viel Zeit für fotografische Aktivitäten aufgewendet
haben, obwohl die Reise 2016 einen Tag länger war. Die konsequente Nutzung optimaler Licht- und
Wettersituationen spricht dafür, dass sich die Ausbeute an hochwertigen Aufnahmen gegenüber 2016 deutlich
verbessert hat. Außerdem ist der Anteil sonstiger Aktivitäten, also vor allem Mahlzeiten, Pausen und Einkäufe,
mit -16 Prozentpunkten erheblich gesunken. Das macht deutlich, wie stark wir den Fokus auf das fotografische
Programm verschoben haben.
Die Lichtmalerei an der Basteibrücke war definitiv unser Hauptprojekt innerhalb der Fototour. Zusammenfassend
möchte ich Ihnen hier den Kern unseres dreistufigen Workflows mitgeben:
1. Technische Vorbereitung & Analyse:
Testaufnahmen zur Ermittlung idealer Belichtungszeiten und zum Einfangen von Restlicht (z. B. Himmels-
oder Mondschimmer)
Check natürlicher und künstlicher Umgebungslichter auf Störpotenzial
2. Kombinierter Einsatz von LEP-Laser & LED-Leuchte:
Stark fokussierter LEP-Laser* zur
Betonung von Strukturen
Breit streuende LED-Leuchte* zum
Abmildern harter Kontraste
Iteratives Trial‑and‑Error: Winkel, Dauer und Intensität von Laser‑ und LED‑Einsatz anpassen
Permanenter Austausch zwischen den Beteiligten, um unmittelbar Änderungen vorzunehmen
Für alle, die selbst ein Fotoprojekt in der Sächsischen Schweiz planen, hier meine wichtigsten Tipps:
Wählen Sie Ihre Zeitfenster mit Bedacht: Behalten Sie Fährverbindungen und Verkehrsaufkommen im Auge, um
unproduktive Warte- und Fahrzeiten zu minimieren.
Reservieren Sie im Vorfeld klare Zeitfenster für Locationscouting und Fotosessions: Planen Sie bewusst
wechselnde Lichtstimmungen (Morgen‑ und Abendlicht) ein und blockieren Sie diese Zeiträume fest.
Optimieren Sie Ihr Lichttool‑Set: Nutzen Sie den LEP‑Laser für präzise Lichtspuren und COB‑LEDs für
großflächige, gleichmäßige Aufhellung.
Setzen Sie Nebel gezielt als Gestaltungsmittel ein: Er verleiht Bildern zusätzliche Tiefe und Atmosphäre,
statt sie zu beeinträchtigen.
Umgehen Sie Touristenströme taktisch: Meiden Sie Hauptaussichtspunkte zur Spitzenzeit und wählen Sie
alternative Motive und Tageszeiten.
Planen Sie Regenerationsphasen ein: Kurze Pausen und nahrhafte Verpflegung erhalten Konzentration und
Kondition.
Ich hoffe, mein Reisebericht inspiriert Sie zu eigenen Experimenten mit Licht und Landschaft. Wer weiß –
vielleicht treffen wir uns ja bei der
nächsten Fährfahrt um 5:30 Uhr am Anleger von Oberrathen?😊
Verwendung meiner Fotografien
Die auf meiner Webseite gezeigten Fotografien sind urheberrechtlich geschützt und dürfen ohne meine
ausdrückliche Zustimmung weder verwendet, vervielfältigt noch veröffentlicht werden.
Wenn Sie ein Bild für eigene Zwecke nutzen möchten – zum Beispiel als Wandbild, auf Produkten wie Tassen oder
für digitale Medien – kontaktieren Sie mich bitte vorab. Gemeinsam klären wir den gewünschten Verwendungszweck,
die Art der Nutzung sowie das Format oder Medium. Auf dieser Basis erstelle ich ein individuelles Angebot zur
Lizenzierung.
Alle Nutzungsrechte werden schriftlich vergeben. Ohne eine solche Vereinbarung ist jede Verwendung untersagt.
Bitte senden Sie Ihre Anfrage mit Angabe des Motivs und des geplanten Verwendungszwecks an info@reichert-ventures.eu.
Ich freue mich auf Ihre Nachricht und darauf, gemeinsam die optimale Lösung für Ihr Projekt zu finden!
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